11 Punkte aus drei Spielen nach Reichenhall gebracht
Der Rugby Club Bad Reichenhall ist in seine erste Saison in der Regionalliga Bayern, der höchsten bayerischen Liga, mit großem Erfolg gestartet. Ende September starteten die Reichenhaller mit einem Heimspiel gegen den Münchner RFC II. Nach sieben Jahren österreichischer Liga und bayerischer Verbandsliga war man durch den Aufstieg höchst motiviert.
In Bestbesetzung erwartete man die Hauptstädter zum Duell. Unter den fast 100 Zuschauern war auch Oberbürgermeister Lackner, der sich das Spektakel nicht entgehen lassen wollte.Die Raufbolde begannen druckvoll und erkämpften sich in den ersten Minuten bereits die ersten Punkte. Das harte Training in der Sommerpause hatte sich ausgezahlt: die Mannschaft stand kompakt, sowohl im Angriff als auch in der Verteidigung zeigten alle 15 Feldspieler, dass sie für die Regionalliga bereit waren. Die zweite Mannschaft des Bundesligisten aus der Landeshauptstadt konnte dem harten, aber immer fairen Angriffsspiel der Kurstädter nicht viel entgegensetzen. Bereits zur Halbzeit führte man mit 34 zu 7. In der zweiten Hälfte zeigte sich, dass auch das viele Konditionstraining Wirkung zeigte: Während Reichenhall stürmte, konnte sich München kaum mehr gegen die Angriffswellen wehren. Endstand nach 80 Minuten 58 – 12 für den RFC Bad Reichenhall! Ein in allen Belangen erfolgreicher Saisonstart.Eine Woche später stand das zweite Heimspiel der Saison an: Der amtierende Meister und Pokalsieger RC Regensburg war zu Gast in der Marzoller Arena.
Es war von vornherein klar, dass dies wohl das schwierigste und anstrengenste Spiel der Hinrunde werden würde. Zu diesem Fakt kamen etliche Personalsorgen beim RFC hinzu: Es fehlten fünf Spieler aus der Stammformation. So kamen drei neue Spieler zum Einsatz: Christian Wisbacher und Korbinian Kasper durften als Flügelstürmer das erste Mal ran ans Ei und erwiesen sich als wahre Verstärkung. Beide takelten stark und konnten bei ihren ersten Sololäufen zeigen, dass sie schon viel gelernt haben. Auch im Sturm durfte ein „Neuer“ das erste Mal beweisen, dass er im Training aufgepasst hat: Andreas Weibhauser zeigte in seinem ersten Einsatz, dass er die Mannschaft bereichert. So begann man das Spiel gegen die Donaustädter wiederum äußerst motiviert, wenn auch personell geschwächt. Druckvoll begann man bereits in den ersten Minuten den Ball im Sturm zu halten, um so die Laufwege für die schnelle Hintermannschaft zu öffnen. Bereits nach zwei Minuten wurde der RFC Bad Reichenhall mit den ersten Punkten belohnt. Tom Lawrenson verwandelte einen nach taktischem Foul der Regensburger zurecht gegebenen Strafstoß sicher zum 3 – 0. Dadurch motiviert stürmten die Raufbolde weiter nach vorn. In die Halbzeit ging man mit einem knappen 9 – 7 aus Heimsicht. Jedoch hatten die ersten 40 Minuten ihre Spuren hinterlassen. Körperlich und konditionell bereits stark beansprucht gingen die Reichenhaller in die zweite Hälfte. Eine kurze Unaufmerksamkeit in der Verteidigung reichte den Donaustädtern, um mit einem Versuch das erste Mal in Führung zu gehen: 9 – 14. Bad Reichenhall gab sich aber nicht auf und mobilisierte die letzten Reserven: Kapitän Leo Berngruber erkannte eine Lücke in der Verteidigungslinie und stürmte hindurch: Ausgleich! In den letzten 10 Minuten der Partie spitzte sich die Spannung auf ihren Höhepunkt. Harte Tackles auf beiden Seiten prägten das abwechselnde Angriffsspiel. Jedoch waren es die Regensburger, die den Versuch legen konnten. In der 72. Minute stand es somit 14 – 21. In der letzten Minute gelang es den Reichenhallern ein letztes Mal, die gegnerische Verteidigungslinie zu durchbrechen. Fünf Meter vor der Endzone jedoch war Schluss. Der Unparteiische pfiff die Partie ab und gab den knappen Sieg der Regensburger bekannt. Dennoch muss dieses Spiel für die Reichenhaller als ein Sieg gewertet werden, zumindest moralisch. So standen wie bereits geschrieben drei komplett neue Spieler auf dem Feld, dazu kamen noch zwei Rückkehrer (Daniel Peyerl und Gernot Hofbauer gaben nach über 18 Monaten Spielpause ihr Comeback im RFC-Dress), fünf Stammspieler fehlten und der Gegner war kein Geringerer als der amtierende Meister in der Regionalliga mit über fünf Jahren Erfahrung im XV-Rugby. Dieses Spiel mit 14 – 21 zu verlieren ist wahrlich keine Schande!Vergangenen Samstag stand nun das erste Auswärtsspiel auf dem Spielplan. Ziel der Reise, die erstmals – dank neuem Sponsor – mit einem Reisebus ausgeführt werden konnte, war Ulm. Der dort beheimatete Rugbyclub, Meister aus dem Jahr 2007, konnte nicht recht eingeschätzt werden: Gegen den Dritten der vergangenen Saison hatte man noch nie gespielt. In Bestbesetzung kam man mittags in Ulm an. Mit Anpfiff um 14:30 Uhr legten die Reichenhaller den Schalter um und stürmten – hoch motiviert – gegen die sichtlich überraschten Gastgeber. Bereits nach 10 Minuten konnten so die ersten Punkte eingefahren werden. Sowohl die Ulmer als auch die Reichenhaller zeigten sich in ihren Tackles hart und erbarmungslos. Teils kochten die Gemüter ein wenig über. Dass die Ulmer den Ausgleich zum 7 – 7 erzielen konnten, war nicht unbedingt förderlich für die Stimmung auf dem Feld. Mehrmals musste der Unparteiische beide Mannschaften ermahnen, die Fairness zu wahren und schönes Rugby zu spielen. Dennoch war die erste Hälfte von aggressiver Stimmung geprägt. Kurz vor der Pause musste ein Reichenhaller sogar für 10 Minuten auf die Strafbank. Dennoch konnten die Kurstädter mit einer Führung von 19 – 7 in die Pause gehen. Kapitän Berngruber ermahnte seine Jungs, die zweite Hälfte fair aber dennoch hart anzugehen. Eine deutliche Halbzeitansage hinterließ ihre Spuren. Die Reichenhaller konzentrierten sich von Beginn an auf ihre Stärken: Eine hervorragende erste Reihe im Sturm, in Bestbesetzung mit Andreas „Kettei“ Kettner und Michael „Kammei“ Kamml als Stürmer und James Wright als Hackler, kaufte den Ulmern mit jedem Scrum (zu deutsch Gedränge) den Schneid ab. Kein Ball wurde verloren, der neue Kicker der Mannschaft Martin „Butti“ Buttinger zeigte, dass er aus jedem erdenklichen Winkel zwischen die gegnerischen Pfosten treffen kann. Michael Reinhold zeigte erneut, wie stark er im Kampf Mann gegen Mann ist. Die Hintermannschaft des RFC, bestehend aus der „Salzburg-Connection“ Ludwig und Sepp Fegerl sowie Benjamin Herzog, zeigte hervorragende Kombinationen. Alles in allem also eine perfekte Mannschaftsleistung! Das Resultat glich einer Klatsche für den RC Ulm: 68 – 7 für den RFC Bad Reichenhall. Die bis dato beiden höchsten Siege der gesamten bayerischen Regionalliga gehen somit auf das Konto der Raufbolde! Man kann also zurecht von einem mehr als erfolgreichem Saisonstart reden!Am Samstag steht nun das nächste Spiel an: Gegner in der heimischen Marzoll-Arena ist Dauerrivale und Mitaufsteiger Augsburg. Ankick ist um 14:30 Uhr. Über jeden Stamm-Fan sowie jeden neuen Freund dieser, ab 2016 wieder olympischen Sportart freuen sich die Gastgeber – die Reichenhaller Raufbolde!



